Die Yamasaki aus der Kiste - Out of the Box Bericht - Montagebericht

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Re: Die Yamasaki aus der Kiste - Out of the Box Bericht - Montagebericht

Beitrag von Gast am Fr 11 Mai 2012, 16:02

Messe mal Bitte die Federlänge .....
Steuerkettenspanner-Feder:

lala


Zuletzt von lalaSaki am Fr 11 Mai 2012, 16:09 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Re: Die Yamasaki aus der Kiste - Out of the Box Bericht - Montagebericht

Beitrag von Admin am Fr 11 Mai 2012, 16:06

Servimg (die Plattform, wo unsere Bilder hochgeladen werden und hier verlinkt werden) hat heute ein paar Probleme, das ist mir auch schon aufgefallen.

Ich kümmer´ mich drum.

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Reifen, Heidenau, K33, K39, Reifenwechsel, Felgen, Ruckdämpfer, Bremsscheibe

Beitrag von wavelow am Fr 11 Mai 2012, 21:40

Part 3 - Deutsches Gummi

Drei Stunden hat das Wechseln der Reifen gedauert - inkl. Fahrerei. Nachdem ich gemerkt habe, daß ich die Chinagummisohle vom Hinterrad mit meinen bescheidenen Hebeln nicht von der Felge bekomme - jedenfalls nicht ohne das Alu dabei zu zermahlen - habe ich Hilfe von einem Kumpel in Anspruch genommen. Felgen ins Auto, die neuen Heidenau Pneus beim Paketfuzzi abholen und ab gings. Im Übrigen kann ich Reifendirekt.de bei der Gelegenheit sehr empfehlen: Mittags bestellt, am nächsten Mittag waren die Reifen schon da. Super.
Mein Kumpel hat superlange Edelstahlmontierhebel, extra für Reifen. Mit ein bisschen Flutschigel aus der Tube ging es dann ganz gut und die chinesischen Selbstmördergummis waren von den Felgen. Vor allem der hintere Chinareifen fühlte sich an wie ein Stück knirschendes Hartplastik. Der liess sich kaum dehnen um ihn über die Felge zu bekommen. Ich denke es ist keine schlechte Entscheidung sich schnell von diesen Dingern zu trennen. Ich habe nun die Heidenau K33 und K39 drauf. Heidenau kennt sich ja bestens aus mit Oldiemopeds und wenn Simpson und MZ Fahrer drauf schwören, dann wird's schon gut sein.


Feinstes deutsches Gummi: Neue Heidenau Reifen vorne und hinten:




Gefährlich! Bremsscheibenschrauben waren ab Werk nicht richtig gesichert:

Die Schrauben waren wie üblich auch nicht besonders fest. Unbedingt checken und dann die Laschen zum sichern hochhämmern.


Ohne Rucken: Der Ruckdämpfer des Kettenkranzes


Den Ruckdämpfer habe ich mit ein wenig PTFE Spray geschmeidig gemacht. Da diese Gummiteile Verschleißteile sind,
kann man sich schon einmal Gedanken darüber machen, wo man später mal Ersatz herbekommt.



Damit ist nun das Wochenende eingeläutet. Die nächsten Tage geht es dann an die Elektrik. Und die ersten Vorbereitungen für das 2-CDI System werden dann angegangen. Teile besorgen, grübeln, bauen, testen usw. Die grausame Verkabelung rund ums Cockpit stört mich auch gewaltig, auch da muss noch mal Hand angelegt werden. Die Bremsflüssigkeit wird noch gewechselt und noch viele andere Kleinigkeiten...


Fortsetzung folgt....


Zuletzt von wavelow am So 13 Mai 2012, 21:31 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Die Yamasaki aus der Kiste - Out of the Box Bericht - Montagebericht

Beitrag von asse am Fr 11 Mai 2012, 22:16

Ich mag dieses Tagebuch inkl. Detailanleitungen und Bildern.

Weiter so :-).
LG
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Kettenspanner, Qualität, Schweißnähte, Schweißpunkte, Rahmen

Beitrag von wavelow am Fr 11 Mai 2012, 22:58

Danke sehr. Das ist auch eine Hommage an all die, bei denen ich ähnliches gerne gelesen und angeschaut habe. Dafür dauert mein Zusammenbau nun auch fünfmal so lange. Aber ist okay so, macht ja alles Spaß und nur für den Fun wurde die Yama angeschafft.

Der momentane Stand sieht eher erschreckend aus: Very Happy

Viel ist ja nicht mehr übrig. Sieht eher aus wie ein schlimmer Verkehrsunfall das Ganze.

Was ich hier mache ist auch nicht die Regel. Normalerweise dauert der Zusammenbau ca. ein bis max. 2 Stunden. Dann hat man ein echtes Chinamoped mit all den kleinen Dingen die so ein Teil eben ausmacht. Ich zelebriere hier das Ganze etwas künstlich - just for fun. Auch um zu dokumentieren was so alles für Dinge passieren können. Und bekannte Macken die wir hier so im Forum gesammelt haben, werden dabei gleich ausgemerzt so gut es geht. Das kann ein Händler natürlich in dieser Form nicht leisten, dann würde das Bike wohl 2000 Euro kosten.

Und wenn der TÜV den Rahmen der Yamasaki begutachten würde: Dann würde die Vorschrift, daß man Motorradrahmen auf keinen Fall nachschweißen darf, wohl sofort außer Kraft gesetzt werden Laughing Teilweise echt üble Nähte. Also bei Tempo 100 würde ich schon nachdenklich werden bei dem Gebrutzel welches die Chinesen da abliefern. Aber in unseren Geschwindigkeitsbereichen ist das noch OK. Da will ich gar nicht wissen wie so ein typischer Chinaroller eigentlich unter dem Plastik ausschaut. Wohl besser, daß die alle vollverkleidet sind die Roller aus dem Reich der Mitte.


Ebenfalls erschreckend ist die Qualität vieler Teile:

Auf dem Foto nicht so gut darstellbar. Das ist ein Yamasaki Kettenspanner. Das Gewinde scheint eher "draufgepresst" zu sein und
das Material der ganzen Geschichte ist viel zu weich. Lange wird das nicht halten. Zum Glück aber ja keine sicherheitsrelavante
Sache sondern mehr zur Arbeitserleichterung beim Ketten spannen. Wenn es hin ist: Original Honda Spanner verbauen!


So. Pause bis morgen. Feierabendbier in der Pinte, sowie Freunde warten... bis demnächst.


Zuletzt von wavelow am So 13 Mai 2012, 21:32 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Die Yamasaki aus der Kiste - Out of the Box Bericht - Montagebericht

Beitrag von Gast am Fr 11 Mai 2012, 23:37

Ach,wo ich den nackten rahmen sehe,--!!!
wenn du heute noch eine alkohol-freie dröhnung brauchst,---- Very Happy ,dann schon mal
in der bude,alles am rahmen mit klarlack einsprühen!!!!---dann null-rost!!!--wie bei meiner!!!


ALPINA

ps:balkon tür zu,dann richtige dröhnung+laminat für 5.jahre mitversiegelt!!!---- Basketball


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Re: Die Yamasaki aus der Kiste - Out of the Box Bericht - Montagebericht

Beitrag von Gast am Sa 12 Mai 2012, 07:55

wavelow schrieb:

Was ich hier mache ist auch nicht die Regel. Normalerweise dauert der Zusammenbau ca. ein bis max. 2 Stunden. Dann hat man ein echtes Chinamoped mit all den kleinen Dingen die so ein Teil eben ausmacht. Ich zelebriere hier das Ganze etwas künstlich - just for fun. Auch um zu dokumentieren was so alles für Dinge passieren können. Und bekannte Macken die wir hier so im Forum gesammelt haben, werden dabei gleich ausgemerzt so gut es geht. Das kann ein Händler natürlich in dieser Form nicht leisten, dann würde das Bike wohl 2000 Euro kosten.


Genau so wird es gemacht, in RUHE dann hat man später mehr Sicherheit/Rostschutz und so lernt man sein Moped besser kennen. Reifenwechsel ...so wichtig!

lala
*********EDIT**********
denk an dein Lenkkopflager, beide Fetten und festmachen

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Re: Die Yamasaki aus der Kiste - Out of the Box Bericht - Montagebericht

Beitrag von mrmomba am Sa 12 Mai 2012, 10:24

Hatte bei mir den rahmen am Roller mit lack auf kauschuck-Basis lackiert. Das Problem ist, den kann man wohl nicht bei offenen moppedrahmen nehmen. Wurde da glaub ich glasorit oder hammerit nehmenn

Die CDI sieht so aus, wie die, die ich am Roller hatte ( mein Roller ist nun weg ) hatte 6 Pin und original mit aktivierbarer, deaktivierbarer Drossel. Hatten die früheren Rex Modelle serienmäßig an board.

Vieleicht kannst du mir ja mal die ponbelegung der 4 Kabel geben. Und den wieserstand oder die 2 weiteren Pins auf Durchgang prüfen. Auf jede Fall die pinbelwgung deiner 4 Pins waren toll.
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Kette, Kettenwechsel, HD Kette, Tachometer Knopf, Tageskilometerzähler, Elektrik, Verkabelung

Beitrag von wavelow am Sa 12 Mai 2012, 10:53

Part 4 - Mal ausspannen (Electrica Salsa)

Ja besser kennen lernen kann man wohl sagen. Gibt wohl keine Schraube mehr an der Yama an der ich noch nicht gedreht habe. Rostschutz habe ich wie schon mal erwähnt nicht mit Klarlack aus der Dose (im Wohnzimmerbereichen eher kontraproduktiv) gemacht. Dafür habe ich >>> Rostegal <<< in der schwarzen Version eingesetzt - ganz oldschool mit dem Pinsel. Ein in der Oldtimerschrauberszene sehr beliebtes Produkt für Rostschutz und vor allem: Vermeidung zukünftiger Roststellen. Vor allem für Wohnzimmerschrauber wie mich interessant: Das Zeug riecht nicht. Keinerlei Farbgestank in der Bude!

Hinterrad mit neuen Gummi wieder drin:

Für die Damen: Der Teppich wurde speziell für diese Aktion ausgerollt. Die Fusseln sind die berühmten "Späne" die beim "Hobeln" entstehen.


Die neue D.I.D. HD Kette passt wie angegossen:

Die Kettenmontage war ein Kinderspiel: Neue Kette mit dem Schloß an die "alte" Kette gehangen und Rad gedreht. Schloß zu, fertig.
Man merkt den Unterschied zwischen Chinakette und der D.I.D. HD Chain schon beim anfassen: Stabiler, schwerer, wertiger.


Heute passiert eher weniger. Nachher ist eine Biker Veranstaltung in der Nähe zu der ich wollte. Es müssen noch diverse Dinge für meine spezielle "Alarmanlage" bei Conrad eingekauft werden und der obligatorische Besuch bei Louis wird wohl heute auch nochmal stattfinden. Denn ich brauche Gabelöl und "Klönschnack" mit anderen Freaks. Wo geht das besser als auf der Bank vor einer Louis Filiale. Wo grad alles demontiert ist, will ich mich dann daran wagen und das Gabelöl aus China ebenfalls wechseln. Leider gibts keine Anleitung oder gar Ölmengenangaben für Yamasakis. Aber da ich mich ja kenne, weiss ich: Wenn die Karre erstmal zusammengebaut ist, werde ich das Gabel Projekt nie mehr machen. Also, ran an den Feind.


Fehlender Pönöckel:

Der Handnippel für den Tageskilometerzurücksteller fehlte leider. Als Ersatzteil auf die Schnelle nicht zu bekommen, würde Wochen dauern.
Und da fiel mir wieder der ausgebaute Steuerkettenspannkopfnippel ein. Und tatsächlich: das Ding könnte passen wenn man ein Loch reinbohrt.
Wer also ein Peek Teil montiert hat: Der alte Nippel lässt sich prima als Tachoknopf zweckentfremden. Schön weich und griffig ist er ja. rabbit



Elektrik:
Ein Graus an der Kiste ist die Elektrik. Der sog. Kabelbaum ist wirr zusammengedrillt und mit einer merkwürdigen Ummantelung aus undefinierbaren Material verklebt. Kabelfarben passen an keiner einzigen Stelle zusammen. Überall wo Kabel mit Steckern verbunden sind, laufen die Kabel anschliessend in einer anderen Farbe weiter. Wenn man also mal alle auf einmal rausziehen würde, wäre das Chaos perfekt. Niemand weiß dann wo welches Kabel hingehören würde.
Außerdem scheinen mir viele Kabel viel zu dünn im Querschnitt. Sehr gut am Motor zu sehen: Die Kabel die aus dem Zong-Shen Motor herauskommen haben m.M. nach einen ausreichenden Querschnitt. Ab dem Verbindungsstecker allerdings wird der Querschnitt wesentlich kleiner und auch das Material der Kabel fühlt sich merkwürdig an.

Viele billige Steckverbindungen, wackelige Flachstecker usw. sind ein Garant für spätere Störungen aller Art. Auch das Massekabel vom Motor ist eher ein Witz: ein dünnes wackeliges Drähtchen soll die Masse sicherstellen.
Zur Gabel hin habe ich überhaupt kein Massekabel entdecken können. Im ungünstigen Falle fliesst der Strom dann auch gern mal über das Lenkkopflager, durch die Kugellagerkugeln zum Scheinwerfer und anderen Verbrauchern. Das Problem dabei: Die auftretenden Ströme sind recht hoch und es kann zum "verschweissen" der Kugeln am Lager kommen. Von den Kontaktproblemen mal abgesehen. Ein gutes Masseband vom Rahmen zur Gabel kann also nie schaden. Der Strom nimmt immer den leichtesten Weg. Deshalb ist er mir auch so sympathisch Wink


Mickriges Massekäbelchen (links). Der Kabelstrunken zum Scheinwerfer geht gar nicht (mitte). Billigstecker, kein Feuchtigkeitsschutz und wackeliger Kram (rechts)

Allein die gesamte Elektrik zu überarbeiten wird wohl mind. ein Tagesprojekt. Gute Japanstecker, Schrumpfschläuche und evtl. auch gleich an bestimmten Stellen sauber verlöten um Wackler auf Dauer auszuschliessen steht also noch auf dem Programm. Ich hasse es, später Elektrikfehler zu suchen. Und bei der Art und Weise wie die Chinesen vorgelegt haben, kann das ein Suchen ohne Ende werden (wie wir ja beim Kinroad User grad erlebt haben). Das muss von Anfang an anders gemacht werden!


Dick rein, dünn raus:

Hier sieht man einigermassen was ich meine: Vom Motor kommen dicke Strippen. Ab dem Yama Stecker gehen sie dünner weiter.

@mrmomba: Wenn ich wüsste wo welches Kabel der CDI hinläuft könnte ich das machen und die Pins benennen. Ist aber im Moment nicht zu erkennen, da alle Litzen in diesem zusammengeklebten Zeug enden, dass sich Kabelbaum nennt. Ich muß aber da ran weil ich ja eine 2. CDI für meine "Alarmanlage" montieren will. Muß ich wohl alles auseinander drillen und die Kabel verfolgen. Ein Mordsaufwand. Aber Schaltplänen aus China vertrau ich nicht unbedingt. Also selber prüfen und das kann dauern.


In diesem Sinne... Fortsetzung folgt....


Zuletzt von wavelow am So 13 Mai 2012, 21:34 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Die Yamasaki aus der Kiste - Out of the Box Bericht - Montagebericht

Beitrag von Gast am Sa 12 Mai 2012, 12:38

Lass das Öl aus deiner Gabelholm in einen Messbecher mit 10ml Teilung = Inhalt gebe immer +5ml mehr bei ..ich glaub ich hab 10ner drin

Markiere dir mit Edding das gelbe Kabel vom Kabelbaum das zum Pink an der Lichtmaschine geht ...

Neuen Kabelbaum will ich mir auch noch Crimpen.

lala

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Gabelöl wechseln, Holme, Gabel, Gabelbrücke, Gabelfedern, Teleskopgabel, Gabel ausbauen

Beitrag von wavelow am Sa 12 Mai 2012, 13:28

Part 5 - Gabelöl wechseln

Vorweg: Die Sache ist - zumindest an der Yama 8B bzw. Zipp Neken - wirklich sehr einfach. Das bekommt jeder selber gebacken. Habe es mir schlimmer vorgestellt. Ohne eine Fotodoku dabei zu erstellen würde ich sagen: ca. 2 Stunden Arbeit. Inkl. Rad ausbauen, Bremse demontieren usw. Viel länger dauert die Sache nicht. Aber seht selbst:


Gabelöl wechseln als blutiger Laie

OK. Noch nie im Leben gemacht, also mit Respekt an die Sache rangehen. Wichtig ist in jedem Fall das Vorderrad komplett zu entlasten!!! Sonst droht Gefahr durch die unter Druck stehende Feder! Das also sicherstellen. Ich habe bei mir das Rad ja schon komplett weg und empfehle das auch so zu machen. Gabelholme dann ganz nach unten ziehen, soweit es eben geht. Schutzblech und Bremse vorne auch gleich wegbauen. Sonst gestaltet sich das herausziehen der Gabelholme sehr schwierig.
Wenn das Vorderrad raus ist, die Gabel entlastet, die Achsschraube des Vorderrades wieder in die Löcher der Achslöcher stecken, damit sich die Holme beim nächsten Schritt nicht mitdrehen können.

Auf geht's:
Als erstes die beiden Stopfenmuttern oben an der Gabelbrücke herausdrehen. (Lenker kann so bleiben wie er ist). Die Stopfen stehen durch die Feder leicht unter Druck. Daher habe ich ein Handtuch als Schutz verwendet. Ein bisschen Öl kann dabei auch herausspritzen. Wenn möglich die Knarre gegen den Stopfen drücken um das Gewinde zu entlasten. Das ging bei mir nicht so gut aber ich habe die Stopfen trotzdem heraus bekommen.
Das Material der Stopfenmutter ist grottig und mal wieder zu weich. Trotz sehr guten Werkzeugs habe ich die Kanten des Sechskants beschädigt. Die Nuß drohte auch ständig abzurutschen und die Stopfen noch mehr zu beschädigen. Also ganz vorsichtig und mit viel Druck von oben.
Der Federdruck ist nicht gewaltig aber vorhanden. Nochmal zur Warnung: Gabel unbedingt entlasten und Holme so weit es geht nach unten ziehen! Desto weniger kann die Feder nach oben drücken.


Links: Das gute Frottee als Schutz für Finger und Maschine. Mitte: Der erste Stopfen ist raus. Rechts: Beide Stopfen und Federn raus.


Holme ausbauen:
Die Achsschraube, also die Vorderradachse muss nun erstmal wieder rausgezogen werden bevor es weiter geht. Der Holmausbau ist simpel: Dazu sind pro Holm nur 2 Schrauben zu lösen. Und zwar jeweils die Klemmschrauben an der oberen und unteren Gabelbrücke. Damit es auch Spaß macht, haben die Chinesen zwei unterschiedliche Größen verwendet. Fröhliches Nüsse wechseln ist also angesagt. Wenn die Schrauben raus sind, kann der Holm mit leichten Drehbewegungen nach unten einfach herausgezogen werden. Kann ein wenig klemmen aber es geht. Vorsicht: Das Ding ist noch voll mit Öl!


Links: Die Federn wie guten Spargel zum ausölen auf Küchenpapier legen. Mitte: Lösen der oberen Klemmschraube. Rechts: Lösen der unteren Klemmschraube


Holme entölen

Nun kann das alte Öl aus den Holmen raus. Einfach in ein Gefäß schütten. Es empfiehlt sich natürlich ein Messbecher um die Ölmenge am eigenen Bike zu kontrollieren. Und auch ob überhaupt gleich viel drin war. Es kommt meist erst ein Schwall Öl und dann fast nichts mehr. Nicht täuschen lassen! Das Öl muß durch kleine Kanäle in dem Holm durch und das kann dauern. Nach einer Weile pischert es wieder kräftig heraus. Man kann den Vorgang durch vorsichtiges zusammendrücken des Holms - wie eine Luftpumpe - ein wenig unterstützen. Dabei kann es ordentlich spritzen, also ein bisschen aufpassen dabei. Anschliessend habe ich beide Holme noch leicht schräg, kopfüber zum endgültigen "ausbluten" in eine kleine Dose gestellt.


Links: ablassen des Gabelöls in den Messbecher. Mitte: 160 ml sind es pro Holm geworden. Rechts: Holme noch eine Weile "ausbluten" lassen

In meiner 8B waren pro Seite ziemlich genau 160ml Öl drin. Wenn man dann noch das an den Federn haftende Öl berücksichtigt und das was noch so beim kopfüber stehen heraustropft, sind 170 ml frisches Öl pro Holm wohl OK. Gesamtmenge also 340 ml. Eine Flasche frisches Forkoil von der deutschen Pentosin (Louis Label: Procycle) gibts für € 7,99. Pro Gabelholm 4 Euronen und man ist das Chinagebräu los. Denn wenn die Chinesen etwas nicht können, dann ist das: gute Schmiermittel zu produzieren. Dafür sind sie nicht gerade berühmt.


Hier noch mal die 52 cm langen Federn in ihrer ganzen Pracht:

Extra für Lala: Mit Zentimetermaß und Bezeichnungen Wink

Wer es federungstechnisch härter haben möchte, könnte evtl. ein rundes Distanzstück aus Vollmaterial oder Kunststoff einsetzen (Durchmesser: 25 mm bei der 8B Gabel und die Länge nach eigenem Geschmack). Oben einfach in den Holm auf die Feder setzen. Dadurch würde die Feder mehr vorgespannt werden. Das Gabelöl ändert an der Federung selber nichts, mit der Ölmenge kann man nur die Dämpfung beeinflussen. Da die Luft im Holm ebenfalls eine Dämpffunktion hat, kann man hier mit der Ölmenge etwas varieren um für sich seine perfekte Einstellung zu finden. Auch das "Durchschlagen" der Gabel kann so beeinflusst werden.
Ist natürlich ein sehr erheblicher Aufwand, das mit verschiedenen Ölmengen zu testen. Ausbauen, einbauen, fahren, wieder ausbauen usw. Wer Bock drauf hat soll es machen. Ich weiss, daß ich dazu keine Lust habe. Oder halt nur oben die Stopfen öffnen und Öl absaugen bzw. nachfüllen. Das geht auch.


Endspurt - Holme wieder rein:

Für den Einbau habe ich nun mal keine großen Fotos gemacht. Es passiert wie oben erklärt, nur eben in umgekehrter Reihenfolge:

1. 160 - 170 ml Gabelöl in jeden Holm. Natürlich in jeden die exakt gleiche Menge. Dann die Federn wieder in die Holme schieben.
2. Holme vorsichtig wieder von unten in die Rohre der Gabel führen und nach oben schieben bis sie oben wieder rausschauen.
3. Gabelstopfschrauben wieder druff und soweit zudrehen wie es eben geht.
4. Holm von oben mit dem Schonhammer vorsichtig wieder nach unten klopfen bis beide Stopfenmuttern gleich tief im Lenkeralurohr versenkt sind.
5. Die vier Klemmschrauben an den Gabelbrücken wieder festziehen und prov. unten wieder die Achsschraube reinschieben.
6. Die Stopfmuttern können nun richtig festgezogen werden. Fertig Very Happy

Die ganze Arbeit sieht man gar nicht: fresh forkoil inside:



Im übrigen hat sich im "alten" Werks-Gabelöl nach ca. 2 Stunden Standzeit im Messbecher ziemlich viel Süff und Dreck am Boden sedimentiert. Eindeutig auch Bohrspäne und ähnliches Zeug dabei. Wie auch immer das in die Holme kam, es war drin. Das Öl war im Gegensatz zum neuen Gabelöl auch sehr dunkel. Wohlgemerkt: Es handelt sich hier um eine fabrikneue Maschine! Damit ist der Abschnitt Gabelöl für mich wohl die nächsten Jahre an dieser Kiste erledigt.

Allen anderen die das noch machen wollen kann ich nur sagen: Macht es ruhig, es ist kein Hexenwerk bei den Yamas wie man sieht. Das kann jeder.


Zuletzt von wavelow am So 13 Mai 2012, 21:36 bearbeitet; insgesamt 7-mal bearbeitet
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Re: Die Yamasaki aus der Kiste - Out of the Box Bericht - Montagebericht

Beitrag von mrmomba am Sa 12 Mai 2012, 18:33

erstmal ein TOP für deine Arbeit und die Fotodoku!!! Man mir kribbelts in den Flossen, wenn ich nicht nur 200€ zum leben hätte!

Das mit dem Kabelbaum kenne, ich ich hab mal fürn Golf 3 die Strppen gezogen für die Original elektrischen fensterheber aus nem anderen, 23kabel und eine menge scheifen später hatte, einen kurzen :p - spaß beseite, nach 2 tagen leif es dann! und nie wieder.

Brauchste hilfe beim Kabelbaum? Genial wäre dabei nämlich ein Schaltplan zumindest aber wie-welcher-anschluss-plan zu erstellen.

Aber zu der Kabelbaumdicke: Wenn ich mich nicht täusche dürfen durch 1,5mm² ca 16A gejagt werden, zumindest bei 230V wechselspannung. Da hastt du dann ca 3680W.
d.h. - wenn die werde equi zu den 230v mit 12v identisch sind: dann darfst du noch immer 190Watt durch jammern. Und nun wollen wir reserve einbinden. sprich nur 10A durch das kabel: dann sind es noch immer 120W. ich glaube die Lima leistet gerade mal soviel.

Chutul darfst mich gerne berichtigen! DU bist der elektriker ... Very Happy
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Re: Die Yamasaki aus der Kiste - Out of the Box Bericht - Montagebericht

Beitrag von Admin am Sa 12 Mai 2012, 20:37

Also es gibt ja viele Leute, die ihr Moped genauso lieben wie du, und die wirklich viele gute Ideen haben und viel basteln mögen...

Aber du bist einer der wenigen, die uns das auch zugänglich machen... Wow kann ich da nur sagen. Das ist ja immerhin ein erheblicher Mehraufwand, ganzezeit an die Fotos zu denken usw.... Wink

Ich verfolge deinen Bericht gespannt weiter Very Happy

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Ventilspiel, Ventile, Ventileinstellung, Bremsflüssigkeit, wechseln, entlüften, DOT 4, Bremsanlage, Bremssattel, Scheibenbremse

Beitrag von wavelow am Sa 12 Mai 2012, 21:14

Part 6 - Das Spiel muß stimmen und die Luft muß raus

Heute war ich faul... und bin es noch immer. Das letzte Bierchen gestern war bestimmt schlecht aber die Party war gut. Embarassed Aber ein klein wenig hab ich trotz Kater heute doch noch gemacht: Ventile eingestellt und den Vorderradbereich komplettiert, inklusive neuer Bremsflüssigkeit natürlich. Damit sind nun alle drei chinesischen Werksäfte (Motoröl, Gabelöl & Bremsflüssigkeit) aus der Maschine raus und durch westliche Produkte ersetzt worden.


Ventile einstellen:

Als erstes Kerze raus schrauben und dann die Abdeckkappen am Zylinderkopf abschrauben. Nun bin ich doch froh diesen Motor zu haben, denn man hat schön viel Platz für diese Arbeiten.



Offene Wunde: Das Einlaßventil ist freigelegt. Um den Zylinder in den oberen Totpunkt zu kurbeln habe ich den kleinen Yamasaki Seitendeckel abgenommen und mit einer 14er Nuss das Polrad gedreht.
Dann die Kontermutter lösen und das Ventilspiel durch drehen des kleinen Vierkants einstellen (also quasi das Gewinde wo die Mutter draufsitzt drehen)



Fühlerblatt 0,05 mm "saugend" durchziehen:

Ein bisschen fummelige Arbeit: Die Fühlerblattlehre sollte sich grad so "saugend" durchziehen lassen. Dann Mutter festziehen.
Dabei dreht sich aber gern das Ventilgewinde wieder mit und das Ventilspiel ist wieder zu klein. Also so lange herumdoktern, daß
das Spiel stimmt wenn das Mütterchen fest ist!
Ich habe die Lehre am Ende um ca. 90° gebogen, damit man bequem rein kommt. Das Ganze genauso am unteren Auslaßventil wiederholen.
Dann die beiden runden Deckelchen raufschrauben, Seitendeckelchen wieder ran und Zündkerze einschrauben. Fertig.
Einstellwerte: Einlaßventil: 0,05 mm / Auslaßventil: 0,06 mm (manche machen auch 0,07 am Auslaß - geht auch




Vorderradbremse:

Blöd: Ein Sicherungsblech fehlt am Bremssattel. Wo soll ich das wieder herkriegen? Bremse montiert und System frisch mit neuer DOT 4 befüllt und brav entlüftet.

Da fliegt einem ja das Blech weg:
Dummerweise fehlte ein Sicherungsblech am Bremsbelag (Foto links, rechter Bolzen). Weiß noch nicht wo ich ein passendes neues Blech herbekomme. Ärgerlich. Aber bei der Gelegenheit kann man dann gleich mal herumforschen wo man neue, passende Beläge herbekommen könnte.
Das "High-Tech-ABS-System" laß ich zunächst mal eingebaut. Denn das Ende des Bremsschlauches hat einen gekröpften Anschluß und das würde nicht richtig an den Anschluß am Bremssattel passen.
Dann wurde die Anlage entlüftet und zwar so lange bis die gesamte chinesische Flüssigkeit auf jeden Fall herausgepresst worden ist (Onkel Dittmeyer lässt grüßen). Und auch hier befand sich wieder Schmutz in der ansonsten fast weissklaren Flüssigkeit aus China (sozusagen mit Fruchtfleisch)! Das darf überhaupt nicht sein.
Die neue Bremsflüssigkeit hat eine dunklere Farbe. Das hat den Vorteil, daß man den Stand im Behälter nun viel einfacher ablesen kann als vorher.


3x Yamasaki Stilleben
fast schon ein kleines bisschen Kunst

Es sind oft die kleinen Dinge die Freude machen. Die neuen Reifen im Kontrast zum roten Schutzblech an etwas blanken Aluminium. Das hat doch irgendwas. Und lange hatte ich überlegt für was wohl
der kleine schwarze Gummigriff sein soll. Nun weiß ich es: Es ist die Tachowellenführung gewesen. Rechts sieht man zudem nochmal das fehlende Blech an der Bremse No



Da mir immer noch der Kopf dröhnt von der gestrigen Sause, wird heute nicht mehr viel passieren. Wenn ich noch Lust habe crimpe ich vielleicht noch ein paar neue Japanstecker um die chinesischen Wackelverbinder aus der Elektrik zu eliminieren. Und das dicke Kabelwulst zum Hauptscheinwerfer will ich ja auch noch näher begutachten und anders machen.... Wir werden sehen...


Zuletzt von wavelow am Mo 14 Mai 2012, 02:22 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Hinterradbremse, Bremspedal, Trommelbremse, Bremslichtschalter,

Beitrag von wavelow am Mo 14 Mai 2012, 02:17

Part 7 - Gut getrommelt ist halb gebremst

Das Eckige muß ans Runde:


Diese chromglänzende Teil chinesischer Schmiedekunst ist das Bremspedal und muß an die Achse geklöppelt werden. Leider hat die sagenumwobene Qualitätsendkontrolle im Hause Yamasaki die fehlende Klemmschraube nicht bemerkt. Also morgen einen Besuch bei Eisen-Uwe abstatten und eine "Sexer Emm" in der gewünschten Länge (35 mm) besorgen. Bis dahin darf eben nicht gebremst werden.


Flüssigkupfer auf's weiche Chinastahl:

Neben Ballistol habe ich noch ein Mittel, daß ich total gern habe: Kupferpaste. Das Zeug ist wunderbar und vielseitig zu verwenden. Es schmiert, es trennt, macht Quietschbremsen leise und verhindert nahezu immer das Festfressen von Verbindungen. Egal wie alt, nass oder heiss diese auch werden. Hier habe ich damit die Achse des Bremshebels beschmiert. Und rechts ist die bereits mit Splintdraht vertüddelte Bremsstange zum Hinterrad zu sehen. Irgendein Foto musste hier halt noch rein.

Bremslichtschalter:
Unglaublich womit man sich so die Zeit vertreiben kann. Das simple Einhängen des Federdrahtes am Bremslichtschalter hinten z.B. Da ich zu sehr mit lautstarken Fluchen beschäftigt war, gibts auch keine Bilder davon. Evil or Very Mad
Das Teil sitzt an einer Stelle wo wohl normalerweise nur chinesische Schlangenmenschen die Montage durchführen. Und das andere Ende wo es eingehangen werden muß sitzt nochmal so blöd hoch fünf. Das ist schon fast Uhrmacherkunst gewesen. Aber schliesslich hing das Ding dann doch da wo es hingehörte. Kurz am Multimeter gecheckt ab welchem Bremsdruck das Bremslicht erleuchten würde, Schalter in der Position festgekontert, fertig.


Wie aus dem Werbeprospekt:

Na da bekommt man ja richtig Lust mal auf die Bremse zu treten was? Psychologisch angehauchte Fotografiekunst um dem Betrachter
die Haptik rüber zu bringen und um das Wasser im Bremsfuss zusammenlaufen zu lassen. Natürlich alles Geschwafel: I-Phone drunter
halten, aufs Display drücken - fertig. So geht das heute nämlich.



Da meine werte Kundschaft mich auch mal wieder sehen möchte, habe ich nur noch noch morgen einen Tag um was an der Yama zu schaffen. Dann ist erstmal wieder Geld ranholen angesagt, schliesslich will das edle Hobby ja auch bezahlt sein.
Und irgendwie merke ich, daß ich mich vor den nächsten Arbeitsschritten drücke: die Elektrik auf europäisches Niveau zu hieven - oder auch japanisches, wie man es eben sieht. Je mehr ich mir die chinesische Verdrahtungskunst so ansehe (und das tue ich immer wieder, so wie bei einem Unfall wo man auch nie wegsehen kann, obwohl man es will) umso weniger Motivation kommt da in mir hoch da Hand anzulegen.
Aber es muss sein. So wie es ab Werk ist, sind früher oder später die lustigsten Dinge und Aussetzer vorprogrammiert. Und wenn die Yama erstmal einsatzbereit, vollgetankt in der Garage steht, gehe ich da freiwillig bestimmt nie wieder an diese Kabelage. Also muß es jetzt oder nie sein.

Fortsetzung folgt....
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Elektrik, Cockpit, Tacho, Beleuchtung, Kabel, Kabelbaum, Schaltplan, Verdrahtung, Verkabelung, wire,

Beitrag von wavelow am Mo 14 Mai 2012, 08:41

Part 8 - Wire to wire & Fly by wire

Dieser Morgen begann zunächst mit einer grundlegenden Entscheidungsfrage (siehe 1. Foto). Da es erst 8 Uhr Morgens war, entschied ich mich dann doch für die rechte Möglichkeit. Rein aus der Vernunft heraus, mein Bauch sagte: "nimm links". Mein Bauch hat vom Informationssystem Auge nämlich die Bilder rechts daneben übermittelt bekommen. Sagen wir es mal so: Wir können froh sein, daß die Chinesen keine Verkehrsflugzeuge bauen (jedenfalls noch nicht). Denn die werden heute alle nach dem "Fly by wire" System konstruiert. Wie sicher die in der China Version fliegen würden, kann sich jeder selber ausmalen.

Spaß oder Strafarbeit:


Bild links: Mein Kumpel Jack neben dem demontierten Cockpit. Bild mitte: Offene, blankliegende Kontakte an der Cockpitunterseite. Bild rechts: Das elektrische Herz, die zentrale Elektrik der Yama im Scheinwerfergehäuse. Auf dem Drehzahlmesser das schwarze Teil ist die Elektronik für die nervige Handyanzeige. Die einzige LED Leuchte dort übrigens. Das wird erstmal lahmgelegt. Vielleicht nutze ich die Leuchte für andere Zwecke. Leider ist keine T10 Fassung da drin, die LED wurde lieblos einfach nur reingeschoben.


Zentralelektrik:

Das bunte Knäuel Kabel im Hauptscheinwerfer der Yama ist die Zentralelektrik der Maschine. Hier laufen alle elektrischen Signale zusammen und werden an das Bordnetz, Schalter, Lämpchen und Beleuchtung etc. wieder verteilt. Das wäre an sich nicht schlimm würde sich China an die allgemein, weltweit üblichen Standards der Elektroinstallation halten. Leider ist dem nicht so: Die Steckverbindungen lösen sich teilweise schon beim ansehen, sind alles andere als feuchtigkeitsgeschützt isoliert. Selbst das wäre vielleicht noch zu ertragen, wenn nicht Scheinwerfer- und Cockpitgehäuse nach aussen hin offen wie Scheunentore wären. Kein Deckel, keine Gummidichtung oder ähnliches schützt die Kontakte vor Witterungseinflüssen. In beiden befindet sich lediglich ein riesiges Loch wo alle Kabel rein- und rauslaufen. Die Löcher sind so groß, daß ich nicht wüsste wie man die nachträglich abdichten sollte. Bleibt also nur die Verbindungen und Kontaktstellen zu isolieren und zu schützen so gut es eben geht. Ich hätte eben doch links wählen sollen...


Jeder Yamafahrer, auf jeden Fall alle 8B/Neken Besitzer kennen den Anblick wenn man von oben auf's Zündschloß schaut: Man sieht die nackten Kabel in ihren bunten Farben zwischen Schloß und Cockpit. Ein Umstand der mich schon auf den Verkaufsfotos zum Wahnsinn getrieben hat. Wie man das ändern kann, werde ich in diesem Posting hier zeigen. Es ist nicht "mal eben" zu erledigen, es muß schon eine Menge demontiert werden dafür. Aber auf Dauer wird man mit einem netteren Anblick und wohl auch betriebssicherer Elektrik belohnt.


Wire to wire:

Während ich mir vernünftiger Weise erstmal einen Kaffeepott aufsetze, lausche ich dem Song der diesem Posting seinem Namen lieh: Wire to wire von Razorlight. Und dann geht es wohl oder übel an die undankbarste Aufgabe der Yamasaki Verbesserungsorgie.


Fortsetzung folgt....
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Kupplung, Kupplungsspiel, Kupplungszug, einstellen, Seilzug, Kupplungshebel

Beitrag von wavelow am Mo 14 Mai 2012, 11:01

Part 9 - Verkuppelt und gute Trennung allerseits

Um mich noch ein wenig vor oben angefangenen Elektroarbeiten zu drücken, habe ich mich zwischendurch mal um die Kupplung gekümmert. Diese kann (und sollte man hin und wieder) unten am Motor einstellen. Später stellt man oben am Kupplungshebel und einem Zwischenstück im Seilzug dem Kupplungsverschleiß entsprechend ganz bequem das Spiel nach. Wenn da allerdings wieder Ende ist, dann muß man wieder unten am Motor beginnen. Und wahrscheinlich dann auch irgendwann neue Kupplungsbeläge einbauen.

Und auch hier wieder keine Angst! Die Mechanik ist simpel und leicht zu durchschauen wie man auf folgenden Bildern sieht. Ich habe dazu vorher den Kupplungszug ausgehangen, das geht ganz easy und werkzeugfrei auf beiden Seiten. Dann kann man den bei der Gelegenheit auch gleich schön einölen und vergisst das nicht wieder. Der Unterschied war bei mir zwischen trockener Werksauslieferung und Ballistol getränkten Zug jedenfalls deutlich zu spüren.

Kupplung am Motor einstellen:

Rechten Seitendeckel abnehmen. Die Zentralmutter lösen und dann mit dem Schrauendreher die Einstellschraube nach links drehen bis es ganz leicht geht. Dann die Drehung stoppen und wieder andersrum bis es gerade etwas schwergängiger wird. In dieser Position die 10er Mutter wieder festkontern. Aber Achtung: Ganz ähnlich wie beim Ventilspiel einstellen, dreht sich auch hier gern die Einstellschraube wieder mit. Daher den Schraubendreher festhalten und alles so lange probieren bis die Mutter fest ist und das Spiel der Kupplung stimmt. Einfach den Kupplungshebel aussen am Motor mit der Hand betätigen. Man merkt ob ganz leicht Spiel vorhanden ist bevor die Mimik die Kupplung eindrückt. So soll es dann sein. Ich habe noch ein wenig mehr Fett an die Mechanik geschmiert. Deckel wieder drauf schrauben und die Sache ist erledigt.


Bild links: Einstellschraube mit Schraubendreher in Position halten und Kontermutter anziehen. Bild Mitte: Ein wenig gutes Fett spendieren. Hier das sehr gute mit Graphitanteil von Onkel Würth. Bild rechts: Der ausgehangene Kupplungszug wurde mit meinem Lieblingsschmiermittel Ballistol getränkt bis es nur so tropfte. Das Zeug kann man übrigens tatsächlich auch trinken oder als prov. Wundpflaster bei Verletzungen verwenden! Vor allem harzt es nicht aus und hat hervorragende Pflege und Schmiereigenschaften.

Kupplungszug einhängen und einstellen:
Jetzt den frisch geölten Kupplungszug wieder einhängen. Auch das geht völlig werkzeugfrei und erklärt sich von selbst. Sorgfältig verlegen ohne enge Radien bis zum Kupplungshebel am Motor. Oben am Kupplungshebel habe ich das Stellrad ganz hineingedreht und das endgültige Kupplungsspiel mit dem Zwischenstück eingestellt. Ordentlich kontern und fertig. Diese Methode hat den Vorteil, daß man die nächsten tausende Kilometer die Kupplung ganz easy nur noch oben am Kupplungshebel selber nachstellen braucht. Zur Not auch ohne Werkzeug. Das geht eben so lange bis der Nippel aus dem Handhebel nicht mehr weiter raus geht. Dann fängt das "Spiel" unten wieder von vorne an. Bis dahin sollte es aber eine ganze Weile dauern.


Dankeschön:
An dieser Stelle will ich mich auch mal bedanken: Denn alles was ich hier so mache und beschreibe ist ja nicht auf meinem Mist gewachsen. Sondern ich habe diese ganzen Infos alle komplett nur aus diesem großartigen Forum bezogen. Ich konzentriere all das hier nur auf ein einziges Posting und nutze das um meine Yama in einen besseren Zustand als ab Werk zu versetzen.
Danke an alle die diese ganzen Tipps und Hinweise hier gepostet haben und ohne die ich hier dumm wie Brot vor meiner Yama gesessen hätte.


Interne Mitteilung
Wink
Und nochmal Entschuldigung an Barbara: Habe Dich voll versetzt Neutral Sorry nochmal!
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Re: Die Yamasaki aus der Kiste - Out of the Box Bericht - Montagebericht

Beitrag von Gast am Mo 14 Mai 2012, 16:11

einfach KLASSE

schöner TEXT und noch schönere FOTOS cheers

BITTE mehr davon.

lala

PS:lass die Elektrik mal Original bis zum ersten Start. Wenn Sie gelaufen ist man sicher das CDI/Killschalter/Pickup/Magnetschalter/Zündspule/Anlasser/Drehzahlmesser/Licht/Blinker/Hupe/Bremslichtschalter geht.

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Bremsbeläge, Scheibenbremsbeläge, Scheibenbremse, Sicherungsblech, Bremssattel, Bremshydraulik, Bremse

Beitrag von wavelow am Mo 14 Mai 2012, 16:37

An der Elektrik selber ändere ich zunächst ja auch nichts. Die Systemstecker (also die eckigen lasse ich so - erstmal) Aber die ganzen billigen Verbindungsstecker, die runden ersetze ich lediglich durch Japanstecker.
Ich gehe gedanklich auch schon dazu über, einige dieser Verbindungsstellen gleich dauerhaft zu löten und mit Schrumpfis zu überziehen.

Mit dem Start ist das hier so eine Sache: Ich müsste die Karre erst nach unten schaffen, dann wieder nach oben ochsen. Den ersten Start mache ich kurz mit dem Hintern der Yama an der Balkontür um zu sehen ob überhaupt was passiert.

Im Moment hänge ich an der Bremse vorne fest, weil das Sicherungsblech fehlt.



FAHNDUNG nach Bremsensicherungsblech.
Sachdienliche Hinweise sind erbeten!

Gern auch auch gleich die ganze Bande die sich Bremsbeläge nennen. Wer sie sieht oder weiß wo man sie bekommen kann soll sich ruhig melden!


Vorderradbremse im Detail:

Links: Die Hydraulik mit dem Druckkolben. Mitte: Alles andere was so drin ist (bei mir hier fehlt eben ein Sicherungsblech). Rechts: Die Bremsbeläge mit Bemaßung (an den Belägen gemessen) Lochabstand ca. 6,8 cm.



An diesen unscheinbaren Blechstreifen können Leben hängen: Die Sicherungsbleche im Detail. Einzige Aufgabe: zu verhindern, daß der Bremsbelag aus seiner Führungs rutscht und dabei seine notwendige Bewegungsfreiheit nicht einzuschränken.

Weil es so wichtig ist: Nochmal in großer Ansicht:


Das ganze Bremsengedöhns und die Bleche dort wo sie hinsollen. Oben links fehlte bei mir ab Werk das Blech. Das Merkwürdige: Dieses Blech kann eigentlich nur rausfallen wenn vorher der Belag herausgenommen wird. Wie die Chinesen das gemacht haben, bleibt deren Geheimnis. Auf jeden Fall sollte jeder (auch bei neuen Maschinen) hier noch mal ein Auge hinwerfen!


Entwarnung: Lieferant gefunden Very Happy

Das Gute liegt oft so nah: Die Bremsbeläge gibt's bei Louis:

Die Bezeichnung von Lukas lautet MCB 765 für den Satz. Bestell Nr. bei Louis: 10044610
Qualität made in Germany.
Seit Jahren von führenden Fachzeitschriften empfohlen.
Die KBA-Nr. auf der Rückenplatte garantiert die ABE.
Das organische Material zeichnet sich durch eine lange Haltbarkeit aus.
Maxiroller Sinterbremsbelag mit hoher Lebensdauer und super Bremsleistung.
Hervorragendes Naßbremsverhalten. Keramik Underlayer verhindert zu starkes Aufheizen der Hydraulik.
Gute Scheibenverträglichkeit - auch auf Gußscheiben. Bremsbackensätze größtenteils mit Federn.


Größtenteils? Na ich hoffe doch. Und wieder ein Chinateil weniger an der Yama.

Edit:
Nach Rücksprache mit dem Händler wurde mir mitgeteilt, daß anscheinend alle Yamasakis nur ein Sicherungsblech besitzen. Wäre mal nett, wenn zumindest die B & Neken Besitzer das mal prüfen könnten.
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Kabelbaum, Kabel, Leitungen, Stecker, Steckverbinder, Elektrik, Elektro

Beitrag von wavelow am Mo 14 Mai 2012, 23:27

Part 10 - Totale Isolation und Kabelbaumarbeiten

Mühselig gehen die Feinarbeiten am Kabelbaum voran. Immerhin geht es ein wenig voran. Ich habe mich entschlossen, bestimmte Verbindungen gar nicht erst wieder mit einem Stecker zu versehen. Die werden nun sauber verlötet und anschliessend mit Schrumpfschlauch isoliert. Das hält für die Ewigkeit und da kann sich auch nichts mehr losrütteln. Einziger Nachteil: Falls man mal eine daran angeschlossende Komponente wechseln will, dauert es ein paar Minuten länger. Diese Arbeiten sind schrecklich langweilig und fummelig. Aber wenn schon, denn schon!

Beispiel Heckbeleuchtung:

Vorher und nachher

Beispiel Motorkabel:

Vorher und nachher (den grauen Schrumpfschlauch sieht man später nicht mehr)


Und quasi simultan arbeite ich an meiner Spezial-Alarmanlage die auch noch zusammengebrutzelt werden will:

Ziemlich komplexe Funktionen aber es sollte funktionieren - irgendwann



Ein Blick ins Cockpit

Auch im Cockpit gibts viel zu tun: Drei wackelige Steckverbinder sind durch Löten nun in dauerhaften Kontakt gekommen. Ganz rechts sieht man die Handy-Klingel-Warneinheit. Das ist tatsächlich alles. Daran hängt dann noch eine LED. Flog sofort raus dieser Blödsinn. Wenn bei jemanden der Drehzahlmesser spinnen sollte: Kann an den wackeligen Steckern im Cockpit liegen!


Die herausoperierte "Handy Klingel Warneinheit". Alte Leuchtmittel und die neuen LED Birnchen mit T10 Sockel. Bei LEDs unumgänglich: Die vorherige Polaritätsbestimmung.

Silicon Dreams:

Sieht fies aus, wirkt aber: Silikongedämpfte Kabelführung. Da hier später wieder die Cockpithalterung durchgezirkelt werden muß,
war Silikon ein gutes Mittel die Drähtchen in geeigneter Position zu fixieren. Dazu sind sie gedämpft und scheuern nirgends mehr gegen.
Ganz links die Birnenhalterung ist nun vorläufig leer, da war die Handywarngeschichte angeschlossen.
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Kabelbaum, Alarmanlage, Elektrik, Funk,

Beitrag von wavelow am Di 15 Mai 2012, 08:47

Part 11 - Bei dem piepts wohl - Alarmmodul und Funkwellen
Heute klingelt und piept es bei mir in der Bude wie verrückt. Arme Nachbarn. Erst der ausgiebige Test des neuen, selbstgebauten Alarmmoduls und nun noch intensives prüfen der Funkumschaltfunktionen. Das geht am besten mit einem Testgerät das was kann? Rööchtööch... PIEPEN! Very Happy
Man soll den Tag ja nicht vor dem Abend loben aber bisher läuft es gut. Das Alarmmodul funktionierte auf Anhieb wie es sollte und die Nervsirene schlug genau so an wie geplant: Laut, pulsierend und absolut nervend. So soll's sein.
Nach ca. 25 Sekunden hört sie aber auch wieder auf. So will es das Gesetz. Es sei denn jemand ist so blöd und rödelt nochmal am Bike herum... Dann geht's wieder los.

Dr. Mabuse's Labor:


Fliegende Schaltung zum testen der Funkschaltfunktionen, CDI Blockade, Alarmsignale usw.

Was hier aussieht wie der Aufbau eines Bombenbastlers ist der Test des Funkmoduls, welches seine Aufgabe auf Anhieb so gut erledigt, daß ich selber staune. Dank des 32 Bit Codegenerators sind sage und schreibe weit über 1 Milliarde verschiedene Funkcodes möglich. Daß jemand dieses "Schloß" knackt ist recht unwahrscheinlich. Es sind einige Spielereien mit diesem Empfänger möglich, von Pulskontakten bis zu timergesteuerten Ausgängen. Für meine Zwecke benötige ich jedoch nur einen simplen ON/OFF Kontakt.
So kann man später, wenn man den Bereich der StVZO verlassen hat, auf privaten Grund, per Knopfdruck auf eine integrierte, frühverstellende Open CDI schalten und den Motor auch mal wieder drehen lassen. Schliesslich muß der Katalysator im Auspuff ja auch mal freigebrannt werden - wegen dem Umweltschutz Wink
Genauso schaltet man diesen Modus auch wieder ab. Und für Vergessliche schaltet sich das Bike beim Zündung ausschalten grundsätzlich immer auf die Serien CDI um. Die im Übrigen an ihrem werksmässig zugeteilten Platz bleibt und nichts angerührt wurde. Das darf man ja nicht Wink

Und in all das greift die integrierte Alarmanlage ein, die ich mir ausgeknobelt habe. Kurzschliessen des Bikes unmöglich da die CDI beim Diebstahlversuch völlig blockiert wird. Auch das rausreissen der Blackbox wird dem Dieb keine Freude machen, denn dann geht gar nichts mehr Very Happy Er müsste schon einen komplett neuen, originalen Yamasaki Kabelbaum auftreiben und den auch erst Mal anschliessen. Das könnte etwas dauern.

Handschmeichler:


Das Ding sollte besser zu Hause bleiben: Der Handsender um die "Katalysatorfreibrennfunktion" zu aktivieren. Das darf man nur auf
privaten Grundstücken und nicht im Bereich der StVZO. Da für das "freibrennen" höhere Drehzahlen notwendig sind, würde auch das
Bike schneller laufen als erlaubt. Jedenfalls theoretisch.


Soweit alles möglichst detalliert beschrieben ohne zu verraten was da eigentlich genau abläuft. Auf jeden Fall war das einer der Gründe warum ich mich so lange mit dem Erneuern des Kabelbaums beschäftigt habe. Und da Alarmanlagen ABE frei sind, ist der Fantasie keine Grenze gesetzt wie diese arbeitet. Auch welche Bauteile da drin sind steht einem dank ABE Freiheit völlig frei. Die "Wegfahrsperre" schlägt erst bei einem Diebstahlversuch zu, das ist wichtig. Denn ansonsten wäre wieder eine ABE nötig gewesen. So aber bleibt diese Blackbox eine in extrem widerstandsfähiges Epoxidharz eingegossenes Geheimnis. Und das auch noch völlig legal Very Happy

Im Bereich der StVZO lässt man aber den Handsender besser zu Hause. Nicht dass womöglich die Verlockung ruft. Das wäre nämlich wieder illegal.
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Re: Die Yamasaki aus der Kiste - Out of the Box Bericht - Montagebericht

Beitrag von saschak1 am Di 15 Mai 2012, 12:12

Wann gehst mit dem Teil in Serie? Ich hab starkes Interesse da dran. Very Happy
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Re: Die Yamasaki aus der Kiste - Out of the Box Bericht - Montagebericht

Beitrag von wavelow am Di 15 Mai 2012, 13:56

Serie? Sitze da schon Tage dran, wer soll das bezahlen? Hehe. OK, wenn man es einmal hat ist es kein Thema mehr. Aus der Box kommen ein paar Kabel raus und die müssen an bestimmte Drähte des Kabelbaums angeklemmt werden, das war's dann schon.

Aber wie das so ist: Es fällt einem immer mehr Neues ein. Nun bekommt die Yama noch 2 blinkende LEDs wenn Alarm aktiv ist. Eine im Cockpit und eine im Heckbereich. Und natürlich noch einen Schlüsselschalter um das Ding auch scharf- und auszuschalten. Würde auch per Funk gehen aber so ein Empfänger zieht auf Dauer zu viel Strom. So wie es jetzt ist, zieht die Anlage in Lauerstellung einen Strom im µA Bereich, das ist fast nichts.
Und damit man weiß wann die "Auspufffreibrennfunktion" aktiv ist, kommt auch noch eine Kontrollleuchte dafür ins Cockpit. Dafür nutze ich die ehemalige Handy Kontrollleuchte.

Aber nur dafür müssen wieder neue Strippen gezogen werden und das hält alles auf, weil man anschliessend auch davon nichts mehr sehen wird.
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Re: Die Yamasaki aus der Kiste - Out of the Box Bericht - Montagebericht

Beitrag von Gast am Di 15 Mai 2012, 17:39

"Auspufffreibrennfunktion"
gut umschrieben!!! Very Happy


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Kabelbaum, Sicherungshalter, Sicherung, E-CATS

Beitrag von wavelow am Di 15 Mai 2012, 18:42

Das Ganze nennt sich nun E.C.A.T.S. - Exhaust Cleaning Anti Theft System Laughing Oder kurz: E-CATS© Laughing

Den ganzen Tag nur vor dem Kabelbaum gehockt. Aber langsam nähere ich mich dem Ende. Die Original Glassicherung der Yamasaki habe ich mittlerweile auch gegen zwei stabile Autosicherungen mitsamt Halter ersetzt. Nur vernünftige Massebänder fehlen mir noch.

Vorsicht Kabelbaumarbeiten:


Viel spektakuläre Bilder gibts da nicht zu schießen bei dieser öden Arbeit. Auf dem rechten Foto sieht man (nach unten laufend) die neuen zusätzlichen Stränge die zur Alarmbox laufen werden. Oben neue rote und dickere 12 Volt Zuleitungen mit neuen Sicherungshaltern. Mittlerweile habe ich auch eine Methode gefunden um die neuen Abschnitte optisch exakt dem Vorbild anzupassen: PVC Klebeband daß man anschliessend mit Heißluft erhitzt. Schon hat man das gleiche eklige Zeug um die Kabel wie ab Werk.

Heute Abend wird die Alarm Box noch komplettiert und eingebaut, natürlich noch ohne Vergußmasse um Tests durchzuführen und den Alarmsensor ausrichten zu können usw.


Aus Eins mach Zwei. Wieder ein Detail fertig:

Doppeltes Signal für's Cockpit


So langsam komme ich mir vor wie ein Modellbauer im Hamburger Miniaturwunderland. Die Teile scheinen immer kleiner und filigraner zu werden die ich verarbeiten will. Da ich erstens kein Loch ins Cockpit bohren wollte und zweitens auch gar nicht wüsste wo, habe ich aus der Not eine Tugend gemacht und die heute Morgen lahmgelegte Yamasaki Handyklingeltonlampe (die rote Leuchte ganz rechts im Cockpit) zweckentfremdet.
Und so sind nun zwei LEDs in das kleine Löchlein gewandert. Die rote wird blinkend die scharfgeschaltete Alarmanlage anzeigen und die weiße LED zeigt mir an ob mein "Auspuffreinigungsystem" ein- oder ausgeschaltet ist. Information ist ja bekanntlich alles rabbit


E-CATS Boxenbau:

Was ich im jetzigen Stadium hier nicht in Bildern zeige ist das Innenleben der Alarm-Box (siehe oben Stichwort E-CATS) die schon ziemlich weit gediehen ist. Die Verdrahtung ist fertig, die Komponenten zu 80% verbaut und die 100% werden auch heute noch erreicht.
Dann mal sehen ob ich noch Lust habe das Cockpit und den Scheinwerfer wieder in die Maschine zu integrieren. Das wurde heute nämlich auch erledigt und das Kabelwirrwarr im Hauptscheinwerfer geordnet und nässefreundlicher gestaltet.


Von einer Seite kann ich sie zeigen: Die E-CATS Wunderkiste

Das gute Stück ist ein wahres All-In-One Wonder geworden die letztlich tagelange Arbeit bedeutete

Am Yamasaki Kabelbaum sind natürlich nun die genauen Gegenstücke der Japanstecker in gleichen Kabelfarben. Wenn ich keinen Fehler gemacht habe, sollte die Sache(n) funktionieren. Wenn doch Fehler drin sind: Dann Prost Mahlzeit.

Einer der längsten Tage dieser Bastelaktion gehen zu Ende und es bleibt das Gefühl gerade heute besonders wenig geschafft zu haben. Auch wenn es täuscht, weil man das meiste heute Geschaffte einfach nicht sieht. So ist das eben mit Black Boxen.


Zuletzt von wavelow am Mi 16 Mai 2012, 00:02 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Elektrocheck, Licht, Blinker, Hupe, Fernlicht, Anlasser, Cockpitbeleuchtung

Beitrag von wavelow am Mi 16 Mai 2012, 00:01

Erwachet - der erste Elektrocheck

Der Kabelbaum an der Yama ist endlich fertig. Endlich, endlich, endlich. Das mache ich so schnell nicht noch mal. Also eben mal testweise die Batterie eingesetzt und Zündung auf ON. Bingo Laughing

Erste Herzschläge:

Die blöden LEDs nehme ich wieder raus. Die beleuchten nur einen kleinen Punkt der Skala, das sieht ziemlich bescheiden aus.

Es funktionierte alles auf Anhieb - bis auf die Blinker die zunächst nicht wollten. Das lag am Blinkrelais in dem wohl die Kontakte geklebt haben. Einmal kurz auf die Erde geworfen das Ding, dann gingen auch die Blinker wie sie sollten.
Bei dem was ich alles an Kabeln aus der neuen Yama raus und wieder reingestopft habe, waren am Ende dann doch ein bisschen Zweifel geblieben. Was machen wenn was nicht funktioniert, wo anfangen zu suchen?
Es hat sich ausgezahlt das Ganze langsam und sinnig anzugehen, notfalls Kabelfarben auf den Zettel zu schreiben usw. Ein Glück.

Sämtliche elektrischen Komponenten funktionieren. Anlasser, Beleuchtung, Hupe usw.

Enttäuscht bin ich von den LEDs im Cockpit. Die bestrahlen nur einen Teil der Skalen und das sieht sehr bescheiden aus. Die fliegen wieder raus. Auch die Blinkerkontrollleuchte mit einer LED auszustatten war eine dumme Idee: Da die Blinkanlage umpolt, je nach Blinkseite, polt sie auch die Kontrollleuchte um. Die LED blinkt also nur auf einer Seite. Auch wieder raus und klassisches Birnchen wieder rein.

Die Ganganzeige funktioniert ebenfalls tadellos auch wenn ich nur bis zum 3. Gang hochschalten kann. Ich hoffe mal, das liegt am nicht laufenden Motor.

Der kleine Spaßvogel Blinkgeber:

Das ist der kleine Übeltäter der zwar Saft am Anschluß hatte aber der nicht losblinken wollte. Der Blinkgeber der Yama. Pure Gewalt
half die Kontakte im Innern zu lösen. Einmal auf die Erde werfen und nun tut er's. Daß man immer erst böse werden muß.


Genug für Heute. Morgen Nachmittag geht's weiter. Einige "Kleinigkeiten" sind ja noch geplant:

Das 13er Ritzel ist noch auf dem Weg und sollte wohl morgen eintrudeln. Die Alarmbox muss ihren endgültigen Platz in der Maschine noch einnehmen und angeklemmt werden. Und dann kann es ans komplettieren der Yama gehen: Auspuff ran, Tank wieder rauf, Verkleidungen, Cockpit wieder zuschrauben, Scheinwerfer montieren und die immer noch herumbaumelnde Scheibenbremsanlage kann wieder montiert werden - warte da eigentlich noch auf die deutschen Lucas Bremsbeläge von Onkel Louis. Auch der Schlüsselschalter für die Alarmanlage und die dazu passende Blink LED im Heckbereich soll noch ran (vorne blinkt es ja bereits im Cockpit wenn Alarm scharf)
Dann liegen hier noch neue, dickere und bessere Benzinschläuche mitsamt Benzinfilter. Die müssen natürlich auch noch ran und ersetzen dann die Wabbelgummischläuche aus China.
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Re: Die Yamasaki aus der Kiste - Out of the Box Bericht - Montagebericht

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